Der Weg zur Pilotenlizenz

Ausbildungsheft 300x268 Der Weg zur PilotenlizenzOft werden wir nach einem Rundflug gefragt: „Wie werde ich Pilot und wie läuft das alles ab?“

Die Ausbildung zum Tragschrauberpiloten gliedert sich grob in einen theoretischen und einen praktischen Abschnitt.

Beide Bereiche der Ausbildung können unabhängig voneinander absolviert werden, wobei die Theorie meist wegen der schlechteren Wetterbedingungen im Winter stattfindet. Da man die theoretischen Gegebenheiten oft besser versteht wenn man sie auch praktisch erlebt hat, heißt es bei uns nicht “Erst die Arbeit, dann das Vergnügen”, sondern “Rein ins Cockpit und erst einmal Fliegen!” Nach ein paar Stunden Fliegerei ist die Theorie dann auch schon gar nicht mehr so schlimm und man freut sich sogar auf den Kurs.

Der Theoriekurs erstreckt sich über insgesamt 60 Stunden und behandelt unter anderem die Themen Luftrecht, Flugfunk, Meteorologie, Navigation und Technik.

Alle Themen werden in kleinen Gruppen bearbeitet und sind so aufbereitet, dass man die Zusammenhänge auch versteht und nicht stur auswendig lernen muss. Da auch immer wieder die “alten Hasen” zu Besuch kommen, die den ein oder anderen Sachverhalt mit anderen Worten erklären oder veranschaulichen können, ist der gesamte Kurs von Anfang bis Ende ein sehr kurzweiliges und lehrreiches Vergnügen. Dabei achten wir bei der Planung selbstverständlich darauf, dass wir die Termine möglichst “arbeitnehmerfreundlich” gestalten und man nicht seinen Jahresurlaub dafür “opfern” muss.

Am Ende des Theoriekurses steht natürlich auch noch eine schriftliche Abschlussprüfung und die Vertiefung der Themen in der Praxis an.

Die praktische Gyrocopterausbildung besteht aus einer Mindeststundenzahl von 30 Stunden und mindestens 150 Starts und Landungen. Die Erfahrung hat hier jedoch gezeigt, dass es am Ende eher ein paar Stunden mehr sein werden, bis man sich wirklich fit genug fühlt, um ein Fluggerät alleine in der Luft zu steuern und damit auch wieder sicher zu landen.

Während der Praxis geht es neben dem Handling des Gyrocopters vor allem darum, sämtliche Verfahren für Notfälle zu beherrschen und auch andere Flugplätze zu finden und anzufliegen – so wird das navigatorische Geschick stetig verbessert und man bekommt einen Blick für die verschiedenen Details aus der Luft.

Ist der Schüler so weit voran geschritten, dass er alle gestellten Anforderungen alleine meistern kann, kann er sich den Alleinflügen widmen. Diese sind elementarer Bestandteil der Ausbildung und noch vor der praktischen Prüfung gefordert.

Bevor es aber alleine ins Cockpit geht, steht noch der Cross-Check an. Bei diesem Check überprüft ein anderer Fluglehrer die Fähigkeiten des Flugschülers und gibt nach einer Art Prüfungsflug grünes Licht für den ersten Alleinflug. Somit ist sichergestellt, dass mindestens zwei unabhängige Fluglehrer das Können des Flugschülers überprüft haben, was letzten Endes allen Beteiligten ein gutes Gefühl für diesen großen Schritt gibt.

Sind alle Ausbildungspunkte im Ausbildungsheft abgearbeitet, kann die praktische Prüfung absolviert werden. Diese hält sich an ein vom „Deutschen Ultraleichtflugverband“ (DULV) vorgegebenes Prüfungsprotokoll und wird von einem externen Fluglehrer als Prüfer abgenommen.

Nach der erfolgreichen praktischen Prüfung fliegen wir mit den frisch gebackenen Piloten zur Hauptzentrale des DULV und holen uns die Lizenz vor Ort ab. Ein einmaliges Erlebnis und direkt nach der Prüfung einfach ein tolles Gefühl!

Aber nach dem Erhalt der Pilotenlizenz geht es für die meisten noch ein Stück weiter. Anders als beim Autoführerschein darf man nach Erhalt der Fluglizenz nicht einfach Passagiere mitnehmen und mit Freunden oder der Familie quer durchs Land fliegen. Hierzu ist eine gesonderte Berechtigung notwendig, in der vor allem Notsituationen und das Verhalten in der Luft noch intensiver und mit geringeren Toleranzen trainiert und überprüft werden. Da uns neben der eigenen Sicherheit vor allem die Sicherheit unserer Passagiere am Herzen liegt, wird das Niveau für die Passagierberechtigung deutlich nach oben geschraubt. Mehrere lange Flüge zu verschiedenen Flugplätzen, Notlandeübungen in den ungünstigsten Momenten, ängstliche oder an der Steuerung herumspielende Passagiere, besondere Flugmanöver und Ziellandeübungen auf ein paar Meter genau….all das wird trainiert bevor ein ausgebildeter Pilot auch Passagiere mitnehmen darf.

Abgeschlossen wird das Ganze nochmals durch eine praktische Prüfung und dann darf man endlich seine Leidenschaft in der Luft mit anderen teilen.

So können wir sicherstellen, dass unsere Rundflüge stets ein einmaliges und sicheres Erlebnis sind und auch bleiben!

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