28. März 2021

Gyrocopter Landung

Egal ob beim Rundflug, Selber Fliegen, oder bei der Schulung mit Flugschülern:

Am Ende jedes spektakulären Fluges steht immer die Gyrocopter Landung.

Die oft gestellte Frage, ob ein Gyrocopter senkrecht landen kann müssen wir vorerst leider mit einem 🅽🅴🅸🅽 beantworten - mehr hierzu gibt’s in einem anderen Blog.

Aber wie verhält sich die Landung im Detail - und warum ist sie gerade im Gyrocopter so sicher?

Der Anflug erfolgt mit ziemlich genau 100 km/h - dies ist nebenbei bemerkt die Geschwindigkeit für das beste Gleiten und auch das beste Steigen, kurzum die perfekte Geschwindigkeit für den Gyrocopter.

Fliegen wir deutlich langsamer an, kann es zum „Durchsacken“ kommen, da es an Auftrieb fehlt. Das Durchsacken ist vor allem nahe am Boden gefährlich, da wir dadurch ungewollt hart und möglicherweise unkontrolliert aufsetzen.

Fliegen wir deutlich schneller an, ist mehr Fingerspitzengefühl erforderlich, und wir schweben sehr lange aus - auf Pisten von 1000m und mehr mag dies kein Problem sein, bei kleinen Pisten kann das Ende so schneller erreicht werden als man denkt.

Für den Anflug nehmen wir das Gas komplett in den Leerlauf, dies fühlt sich für den Fluggast im ersten Moment so an als wäre der Motor abgeschaltet.

Aber keine Angst, selbst dann würden wir völlig entspannt und sicher landen!

Durch die Gyrocopter Landung mit dem Motor im Leerlauf trainieren wir außerdem mit jeder dieser Landungen indirekt auch, mit stehendem Motor zu landen, denn das macht dann wirklich nur noch in ganz wenigen Details einen Unterschied.

Die Landung mit komplett abgeschaltetem Motor wird übrigens auch in der Ausbildung trainiert.

Der eigentliche Landevorgang gliedert sich nun in drei Phasen:

  • Abfangbogen
  • Ausschweben
  • Aufsetzen

In angemessener Höhe über der Piste beginnen wir den Abfangbogen zu fliegen.

Die Höhe muss der Pilot schätzen, es geht für die gesamte Gyrocopter Landung überhaupt nicht um Instrumente, sondern nur um das Rausschauen, denn wann wir den Abfangbogen genau beginnen, ist nicht entscheidend.

Die Höhe über der Bahn beträgt in diesem Moment zwischen 5 und 10 Meter, hierbei ist der Abfangbogen als Prozess zu sehen, so wie eine Kurve ist es ein dynamischer Prozess bis zum Aufsetzen.

Entscheidend hierbei ist, dass wir den Abfangbogen sanft und so präzise fliegen, dass wir in etwa 50-100cm über der Piste ankommen (Abstand der Räder zur Piste) und dort in ein horizontales Ausschweben übergehen.

Fliegen wir den Abfangbogen zu hektisch und „ziehen“ zu stark am Stick, steigt die Maschine uns wieder weg da sie durch den höheren Widerstand auch automatisch Auftrieb generiert. Fliegen wir den Abfangbogen nicht konsequent genug oder beginnen wir ihn deutlich zu spät, schlagen wir eher unsanft auf.

Mit dem Übergang zum horizontalen Ausschweben beginnt die zweite Phase des Landevorgangs:

Wir halten den Stick einfach ruhig und lassen die Maschine ausschweben. Wir wollen uns horizontal über die Piste bewegen, ohne stark zu steigen oder zu sinken. Ein leichtes Sinken ist normal, denn wir wollen ja auf den Boden.

Beginnt die Maschine während des Ausschwebens nun merklich zu sinken und will „sich hinsetzen“, bewegen wir den Stick ganz leicht nach hinten, um die Nase etwas höher zu nehmen.

Hier erfolgt nun Schritt für Schritt der Übergang in die Phase des Aufsetzens. Die Stickbewegung beträgt hierbei nur 1-2mm. Durch das Heben der Nase werden wir langsamer, verlangsamen kurzzeitig den Prozess des Sinkens und die Hinterräder kommen durch das Heben der Nase gleichzeitig trotzdem dem Boden etwas näher.

Nach der Stickbewegung warten wir kurz ab und schweben weiter aus.

Nun wiederholen wir diesen Vorgang der Stickbewegung nach hinten und dem anschließenden kurzen ausharren, bis die Nase recht hoch ist, und die Hinterräder den Boden berühren.

Wir sind gelandet!

Warum muss die Nase Schritt für Schritt immer höher genommen werden?

Zum einen, damit wir immer langsamer werden und mit nahezu null Vorwärtsfahrt aufsetzen, zum anderen, damit das Bugrad schön hoch und vom Boden weg ist, damit es sich auch bei einem unebenen Untergrund nicht einhaken kann.

Was macht eine gute Landung darüber hinaus noch aus?

Wir landen möglichst zentral auf der Centerline der Piste, also schön mittig.

So zeigen wir, dass wir auch auf einer sehr schmalen Piste oder auf einem Feldweg landen könnten und trainieren unsere Präzision.

Der dritte wichtige Faktor für eine gute Landung ist, dass wir absolut gerade in Bahnrichtung aufsetzen, auch bei seitlichen Windeinflüssen. Das Geradehalten der Maschine steuern wir über unser Seitenruder, also über die Pedale. Die Pedalarbeit beginnt parallel zum Abfangbogen und endet erst, wenn wir sicher aufgesetzt haben.

Gerade bei Seitenwind ist dies umso wichtiger, da ein Schräges (sogenanntes Schiebendes) Aufsetzen zum umkippen der Maschine führen kann-

Wie Du das Pedal richtig einsetzt und wie viel Fingerspitzengefühl eine Landung im Tragschrauber abverlangt zeigen wir Dir gerne in deiner ersten Flugstunde 😉

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